DM Lang OL / Deutschland-Cup – Harzreise 2022

Schon Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine wussten: der Harz ist einen Ausflug wert! Taucht nun ein in unserer Harzreise …

Ein verlängertes Wochenende? Das kann nur eines bedeuten – der OL ruft! Und so machten sich vergangenes Wochenende knapp tausend begeisterte Profi- und Freizeitorientierungsläufer aus ganz Deutschland auf den Weg nach Blankenburg, um die Saison bei der Deutschen Meisterschaft über die Langdistanz ausklangen zu lassen. Während einige deutsche NationalläuferInnen (unter ihnen Riccardo Casanova) zeitgleich beim Weltcupfinale in Davos vertreten waren, wurde am Harzer Meisterschaftswochenende parallel der Junioren Europa Cup (JEC) ausgetragen, bei dem sich wiederum aufstrebende Nachwuchstalente aus ganz Europa spannende Rennen lieferten. Für internationales Flair war also gesorgt.

Wettkampfzentrumburg

Wettkampfzentrumburg

Eröffnet wurde das Wettkampfwochenende am Samstag von „Ottos Sprint-OL“ in der Blankenburger Altstadt, einer Etappe der Deutschen Park Tour, bei dem die Regensburger gleich schon erste Erfolge verzeichnen konnten. Der erste Abschnitt der Sprintbahnen führte die LäuferInnen durch die historische Altstadt, dann einen steilen (!) Anstieg hinauf zum Schloss Blankenburg und anschließend wieder hinab durch den wunderschönen Schlosspark und die historischen Gärten zurück ins Ziel. Jara Lauer und Lara Noller sicherten sich die Plätze 1 und 3 in der Kategorie D12, Laurin Ahlbrecht (H12) und Timon Lorenz (Herren Elite) konnten das Rennen ebenfalls für sich entscheiden. Ein gelungener Auftakt!

Lorenz' Nemesis

Lorenz‘ Nemesis

Nach einer mehr oder weniger ruhigen Nacht in der Turnhalle ging es am nächsten Morgen zur Festung Regenstein. Dort wurde nun in den Wäldern um die Burg herum auf der brandneuen Karte „Regenstein-Heers“ die Deutsche Meisterschaft Lang ausgetragen. Sowohl das Ziel als auch das Wettkampfzentrum befanden sich innerhalb der Burgmauern, eine wirklich atemberaubende Kulisse für eine solche Meisterschaft mit fantastischer Aussicht bei sonnigstem Herbstwetter. Die interessante Zusammensetzung des Geländes stellte eine gute Voraussetzung für einen spannenden Wettbewerb dar. Der Wechsel von bergigem Laubwald mit Felswänden und Sandstein zu dünenartigem Nadelwald erwies sich als herausfordernd und feinorientierungstechnisch anspruchsvoll. Zusätzlich wurde das Laufen durch sämtliche Höhenmeter erschwert, wodurch Ausdauer und Durchhaltevermögen gefragt waren. Für einen außergewöhnlichen Zieleinlauf sorgte eine steinerne Tunnelpassage, welche die Läuferinnen aus dem Wald unmittelbar in das Festungsareal beförderte. Auch bei diesem Lauf hatten die Regensburger allen Grund zum Feiern, denn Deutsche Meister über die Langdistanz wurden Laurin Ahlbrecht (H12) und Viktor Jarkov (H80), Jara Lauer und Lara Noller belegten in der D12 die Plätze 2 und 4 und Juliane Burgmair (D16) lief auf den 6. Rang. Ebenfalls zu erwähnen sind Ines Schikora mit dem 5. Platz in der Kategorie D19AK, sowie Daniel Janischowsky (4.) und Lorenz Brandl (6.) in der Kategorie H21AK. Die Siegerehrung mit Abendprogramm inklusive Jodeleinlage im „Klubhaus Thale“ rundete den ereignisreichen Tag ab.

In Bayern kümmert man sich noch um den Nachwuchs

In Bayern kümmert man sich noch um den Nachwuchs

Für die ein oder den anderen viel zu früh war am finalen Wettkampftag dann der Deutschlandcup angesagt. Bei diesem Rennen werden Staffeln von fünf Personen gebildet (bzw. vier beim Schülercup und drei bei der Rahmenkategorie), die nacheinander unterschiedlich lange Bahnen zu absolvieren haben. Stargäste an jenem Morgen waren die Tiere des Tiergarten Halberstadt, denn der Weg vom Parkplatz zur Zielwiese führte die Teilnehmenden einmal quer durch den Tierpark. Diverse Quellen berichten sogar, dass Timon auf dem Rückweg unter die Affen gegangen sei und Lorenz zuletzt bei den Lamas gesichtet wurde … Wer geglaubt hat es wird nicht mehr steiler, der wurde eines Besseren belehrt. Die einzelnen Etappen führten die LäuferInnen auf der Karte „Spiegelsberge“ durch hügeligen Mischwald mit Felsformationen und Dickichten sowie über Feld und Wiesen. Es ging – steil. Unter den 78 gemeldeten Staffeln beim D-Cup war die Konkurrenz groß, doch das erfolgreichste Regensburger Staffel Team mit Philipp Schwarck, Sophie Kraus, Klemens Janischowsky, Juliane Burgmair und Timon Lorenz erkämpfte sich gemeinsam den 8. Platz. Laurin, Jara und Lara belegten im Schüler-Cup den 6. Platz und die bayerischen Gegner des OC München mit gewannen die Rahmenkategorie. Insgesamt ein spannendes und nervenaufreibendes Staffel Event!

Enden soll das Harzabenteuer mit einer kleinen Anekdote aus dem Leben der Emily Grübel. Für Speis und Trank wurde zwar täglich auf der Zielwiese oder dem Wettkampfzentrum gesorgt, bei der Bestellung „eine Semmel bitte“ bekam Emily jedoch nur ein ungläubiges „Was ist eine Semmel?“. Und so kam es, dass sie erst am Tag darauf in ihrer Wahlheimat Rosenheim wieder Semmeln bestellen konnte.

 

Antonia

Bayerische Meisterschaft Mittel und Bayern Cup Lang Selb 

Pünktlich zum Wochenende bzw. direkt am Start um 10:00Uhr kam der von Forst- und Landwirten lang ersehnte, ausdauernde und endlich auch mal ergiebige Regen. Leider hatte dieser nicht die Orientierungsläufer gefragt und so wurden die Bayerische Meisterschaft über die Mitteldistanz und der sechste Bayern Cup zu einer feuchten Angelegenheit. Die jungen Fichten waren schwammartig mit Wasser gefüllt und die Sümpfe auch mal wieder sumpfig. Manch einer hat das dann auch gut ausgetestet und steckte bis zum Bauchnabel darin. Insgesamt kamen alle Läufer sehr nass aus dem Wald. 

Der Lauf fand auf der Karte Tri Diry im Grenzgebiet zu Tschechien, hauptsächlich auf tschechischer Seite, in einem sehr interessanten Gebiet statt. Die Bahnen waren für alle Schwierigkeitsgrade gut durchgestuft und boten genügend Herausforderungen für die Läufer. Manch einem waren die Strecken etwas zu kurz und verlängerte eigenständig ein wenig, bis freundliche Pilzsucher weiterhalfen auf die Karte zurückzufinden. 

Gut, dass es genug heißen Tee und Kaffee gab, um sich nach einer Trockenlegung wieder aufzuwärmen. Auch für ein leckeres und vielfältiges Kuchenbuffet sowie Vitamine war gesorgt. 

Trotz oder gerade wegen dieser Schwierigkeiten, war das Wochenende für die OLG dennoch ein voller Erfolg. So konnten wir in der BM mit Jara Lauer, Sarah Albrecht, Juliane Burgmair, Petra Weber, Linus Lauer und Riccardo Casanova, gleich 6 erste Plätze verbuchen. Insgesamt konnten 18 Läufer der OLG einen der ersten drei Plätze in ihrer Kategorie erreichen. 

Auch am Sonntag in der BC Langdistanz wurde sportlich hart weitergekämpft. Nicht nur in den oberen Klassen, wo wir es ja schon fast gewohnt sind, sondern auch z.B. in der H12. Hier lagen die ersten drei Läufer, Johannes Gerstl, Laurin Albrecht (beide OLG Regensburg) und Lukas Oechler (OLV Landshut) in einem Abstand von nur 16 Sekunden. 

 

Familie Lauer

DM Sprint & Sprint-Staffel in Hamburg 2022

Gemeinsam warten auf den Zug

Gemeinsam warten auf den Zug

Für einige Läufer hat das Wettkampfwochenende bereits am Donnerstag mit einer Zugfahrt nach Hamburg begonnen. Ein paar Sportler nutzten die Zugfahrt, um sich die alten Karten noch ein mal sehr detailliert anzuschauen und gemeinsam zu besprechen. Überraschender weiße blieb ein größeres DBakel aus und der Zug kam mit nur einer Stunde Verspätung am Hamburger HBF an. Der Freitag wurde genutzt, um die Stadt ein bisschen unsicher zu machen und die ein oder andere Sehenswürdigkeit zu begutachten.

Die Deutsche Meisterschaft Sprint fand am Samstag statt und wurde in zwei Läufe aufgeteilt, Qualifying und Finale. Während das Qualifying eher lauf betonter ausfiel, war das Finale technisch sehr anspruchsvoll. Durch die „neue“ Sprint-Karten Norm, kann viel mit mehreren belaufbaren Ebenen gearbeitet werden, was es den Teilnehmern deutlich schwieriger macht seine Route zu planen. Im A-Finale der D12 sicherte sich Jara Lauer den 3. Platz. In der gleichen Altersklasse bei den Herren gewann Laurin Ahlbrecht den 4. Platz. Eine Bronzemedaille ging an Juliane Burgmair in der D16. Mit 27 Sekunden Abstand zum ersten Platz gewann Riccardo Casanova Silber in der Herren Elite.

1 Seeger auf der Sichtstrecke

1 Seeger auf der Sichtstrecke

Am Sonntag wurde die Sprint-Staffel im ehemaligen Gelände der Gartenschau von 2013 ausgetragen. Das Gelände bestand aus einer zentral gelegenen großen Wiese, wo das Wettkampfzentrum aufgebaut wurde. Für die meisten Kategorien startete der Lauf mit einem kleinen Loop in einem Kleingartenareal. Danach ging es in ein Parkareal, welches mit vielen kleinen Teichen und Wegen ein schönes Sprintgelände darstellte. Anfangs sorgten Meldungen von vielen Fehlstempeln in der OLG Regensburg für Verwirrung, doch nach kurzer Absprache war klar, dies habe technischen Ursprung gehabt. Alle warteten gespannt auf die letzte Läuferin der 1. OLG Regensburg Elite Staffel, da tauchte auch schon ein Regensburger Trikot auf und alle feuerten an was ging, doch es war nicht Isabell Seeger, sondern Julian Nürnberger. Nach kurzem abwarten dann endlich die Erleichterung, auf der langen Zielpassage tauchte endlich Isabell Seeger auf und es war keine direkte Konkurrenz in Sicht. Damit sicherten sich Mareike Seeger, Timon Lorenz, Riccardo Casanova und Isabell Seeger den ersten Platz in der Elite Staffel.


Nach der Siegerehrung wurde dann gemeinsam direkt daneben das anliegende Schwimmbad besucht. Für die Sportler, die noch bis Montag geblieben sind, ging es am Sonntagabend dann noch in das Miniaturwunderland, welches viereinhalb Stunden genau unter die Lupe genommen wurde.

 

Lorenz

1 2 3 4 46